MBCD-Anlage

Die MBCD-Anlage ist als vollständig geschlossene aerobe Behandlungsanlage errichtet worden.

Die MBCD-Anlage zur Aufbereitung von organischen Reststoffen wird nach dem patentierten MBCD-Ver­fahren (micro-biological-conditioning-drying – Verfahren Euro-Patent Nr. 210-196) betrieben.

Beim MBCD-Verfahren handelt es sich um ein mehrstufiges, prozessgesteuertes aerobes Behandlungs­verfahren mit thermophiler aerober Hygienisierung und Virusinaktivierung mit nachgeschalteter thermi­scher Nachhygienisierung und Niedertemperatur-Durchströmtrocknung.

Das MBCD-Verfahren nützt zunächst die bei anfänglich raschem Abbau verfügbarer organischer Verbin­dungen freiwerdende Wärmeenergie, um nach Durchlaufen der mikrobiologischen Phasen zusammen mit anschließend zugeführter Sekundärenergie das durch Extrudieren vorgeformte Aufgabesubstrat zu stabili­sieren und zu trocknen.

In der kurzen Behandlungszeit (Chargenzeit) von nur ca. 24-36 Stunden erfolgt keine der Kompostierung vergleichbare Humifizierung (biologische Stabilisierung), sondern eine Ankompostierung, eine Stick­stoffstabilisierung, eine Hygienisierung, eine Zerlegung von Geruchs- und Stinkstoffen bzw. eine Troc­kenstabilisierung.

Das Verfahren ist in der Lage, unterschiedlichste organisch pastöse Reststoffe zu Sekundärrohstoffen bzw. Sekundärrohstoffdüngemitteln oder Sekundärbrennstoffen innerhalb dieser Chargenzeit optimal aufzubereiten. Dies kann auch durch eine Vermischung ver­schiedenster organischer Reststoffe unter teilweiser Zugabe von Additiven erfolgen, um eine für die Fer­mentation optimale Mischsubstratbeschaffenheit und Bakterienkultur zu erhalten. Die entsprechenden Rezeptierungen für die Großanlage werden an einer eigens konstruierten MBCD-Technikumsanlage lau­fend erarbeitet.

Die gesamten Verfahrensabläufe werden in einem vollständig geschlossenen System durchgeführt, wobei die durch die Reaktoren gesaugte Abluft während der mikrobiologischen Phasen durch einen Biofilter gereinigt wird. Während der gesamten Behandlung des Aufgabesubstrates ist bedingt durch die konstruktiven Einrichtungen im Reaktor ein ständig gesichertes aerobes Klima vorlie­gend und ist kein Umsetzen des aufgegebenen Substrates notwendig. Daher können die mikrobiologi­schen Verfahrensabläufe ungestört und in einem kontrollierten, optimalen Klima ablaufen.

Die mit geschlossenen Muldencontainern angelieferten Substrate (z. B. Klärschlamm) werden mittels Mul­denkipper am Betriebsgelände abgeladen. Die Aufgabemulden befinden sich in der räumlich geschlosse­nen Aufgabestation, die während des Entlade- und Befüllvorganges permanent entlüftet wird. Die Abluft wird über einem Biofilter gereinigt.

Die MBCD-Reaktoren befinden sich in einer geschlossenen Betriebshalle. Die einzelnen MBCD-Reaktoren arbeiten während der mikrobiologischen Phasen dauerhaft im Unterdruckbetrieb, so dass keine geruchs­belasteten Gase aus der MBCD-Anlage entweichen können. Das gesamte Abgas der mikrobiologischen Phasen wird über einen Biofilter gereinigt.Die MBCD-Anlage umfasst weiter eine eigene Energieversorgungsstation, die mit Öl, Gas oder sonstiger Abwärme betrieben werden kann.

Die MBCD-Anlage ist vorerst als 4-Reaktor-Anlage mit einer Kapazität von ca. 14.500 t pro Jahr Sub­strat (Klärschlamm 28 % TS, 50 % GV) ausgelegt. Der weitere Ausbau ist durch das module Bausystem jederzeit und ohne große technische Änderung in der Gesamtkonzeption möglich.

Das Genehmigungsverfahren wurde als vereinfachtes Verfahren gemäß § 7 Abs. 1 AbfG und § 4 BImSchG i. V. m. den §§ 1 und 2 der 4. BImSchV und der Nr. 8.5, Spalte 2 des Anhanges zur 4. BImSchV durch­geführt. Es wurden über 50 Reststoffschlüssel zur Auf­bereitung genehmigt.

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